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Die Stuttgarter Schule

Ende der 50er Jahre entsteht in Stuttgart um den Philosophen Max Bense ein Kreis von Literaten, die sogenannte »Stuttgarter Schule« bzw. »Stuttgarter Gruppe«. Zu ihr zählen u. a. Helmut Heißenbüttel, Reinhard Döhl, Ludwig Harig, Franz Mon, Ernst Jandl sowie einige bildende Künstler und Musiker. Sie publizieren »konkrete« Gedichte. Die Sprache dient nicht mehr allein der Beschreibung eines Ereignisses oder einer Stimmung. Wörter und Buchstaben werden vielmehr als Mittel des visuellen und akustischen Ausdrucks verwendet.
Die künstlerische Produktion war eng mit der wissenschaftlichen Forschung im Bereich der Literatur-, Zeichen- und Informationstheorie verbunden. Texte werden »mathematisch« bzw. statistisch analysiert, unter anderem mit Hilfe des Computers. Dieser wird bereits 1959 jedoch auch für die Produktion von »künstlicher Poesie« (Bense) verwendet. Theo Lutz erzeugt an der Großrechenanlage ZUSE Z 22 einen stochastischen Text, basierend auf dem Text »Das Schloss« von Franz Kafka. 1965 initiiert Bense darüber hinaus die erste Ausstellung künstlerischer Computergrafik mit Plotterzeichnungen von Georg Nees. Eine Ausstellung mit Werken von Frieder Nake folgt.
Text: Margit Rosen

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    Hg. Reinhard Döhl und Johannes Auer