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Als ob in einem gespiegelten minimalistischen Kubus
eingebaut, wirkt der an die Wand projizierte androgyne Kopf der
Arbeit Imagination, dead imagine von Judith Barry. Ein langsames
Atmen der Gestalt erfüllt den Raum. Der Kopf verhält sich
ruhig, wartend. Plötzlich ergiesst sich über ihn von allen
Seiten her eine Substanz, woraufhin sich der Betrachter vom Bild
abzuwenden versucht. Sein Versuch scheitert. Die Abscheu vor diesen
Ekel erregenden Substanzen wird schliesslich durch die Faszination
an der Schönheit der majestätischen aber abstrakten Landschaften
ersetzt, in die sich die Substanz wandelt.
Der theoretische Ausgangspunkt in Barry Projekt war ihre Analyse
verschiedener historischer wie zeitgenössischer Konzepte des
Körpers, wie sie beispielsweise von den französischen
Philosophen Maurice Merleau-Ponty und Julie Kristeva diskutiert
werden oder wie sie in den Strukturen der Minimal Art enthalten
sind. Das Augenmerk der Arbeit liegt auf der Referenz zu diesen
verschiedenen Konzepten des Körpers, die durch Elision oder
Verwerflichkeit definiert werden. Diese Referenz kombiniert Barry
mit Merleau-Pontys Konzept vom Vorrang der körperlichen Erfahrung,
als einem inneren Horizont der, so seine These, Bewusstsein produziert.
Die Formulierung des horror vacui sieht Barry als eine Bedingung
der Erfahrung und wählt den Titel Imagination, dead imagine,
um den Bezug zu Samuel Beckett herzustellen.
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