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Unter Rückbezug auf Alfred Hitchcocks Film Dial
M for Murder [1954] thematisiert Daniel Egg in seiner Arbeit
Box 3 "Dialog" die mediale Konstruktion von Wirklichkeit.
Egg analysiert Subjektbeziehungen und Mechanismen der Geschlechterkonstruktion
im Spiegel der Medien, indem er »Spiegelbild und Realität«
konkret in ihrer Medialität aufgreift und deren Wechselbeziehungen
um die räumliche Dimension erweitert. Durch Überblendungen
von Videobildern auf eine reales Kassettendeck mittels eines halbdurchlässigen
Spiegels werden reales und virtuelles Kassettendeck visuell perfekt
zur Deckung gebracht. Aus der Filmvorlage wird ein Dialog zwischen
einem Mann und einer Frau eingespielt.
Den Schnitt, der im Film einen Ortswechsel bezeichnet, reproduziert
Egg in seiner Arbeit als Kassettenwechsel. Eine männliche und
eine weibliche Hand wechseln sich nach Vorgabe des Filmschnitts
beim Kassettenwechsel ab. Die Frau ergreift das Wort, indem sie
die Kassette mit der Männerstimme stoppt und mit ihrer Hand
ihre Kassette - sprich Stimme - einlegt und vice versa. Den Gegensatzpaaren
von anwesend und abwesend, von real und virtuell, den Kernstücken
der telematischen Kultur, wird also das klassische Gegensatzpaar
Mann und Frau zugeordnet, nicht als Bild, sondern nur als Ton.
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