Daniel Egg ::
Box 3 "Dialog", 1997

Installation
60 x 80 x 180 cm
Courtesy Daniel Egg


Unter Rückbezug auf Alfred Hitchcocks Film Dial M for Murder [1954] thematisiert Daniel Egg in seiner Arbeit Box 3 "Dialog" die mediale Konstruktion von Wirklichkeit. Egg analysiert Subjektbeziehungen und Mechanismen der Geschlechterkonstruktion im Spiegel der Medien, indem er »Spiegelbild und Realität« konkret in ihrer Medialität aufgreift und deren Wechselbeziehungen um die räumliche Dimension erweitert. Durch Überblendungen von Videobildern auf eine reales Kassettendeck mittels eines halbdurchlässigen Spiegels werden reales und virtuelles Kassettendeck visuell perfekt zur Deckung gebracht. Aus der Filmvorlage wird ein Dialog zwischen einem Mann und einer Frau eingespielt.
Den Schnitt, der im Film einen Ortswechsel bezeichnet, reproduziert Egg in seiner Arbeit als Kassettenwechsel. Eine männliche und eine weibliche Hand wechseln sich nach Vorgabe des Filmschnitts beim Kassettenwechsel ab. Die Frau ergreift das Wort, indem sie die Kassette mit der Männerstimme stoppt und mit ihrer Hand ihre Kassette - sprich Stimme - einlegt und vice versa. Den Gegensatzpaaren von anwesend und abwesend, von real und virtuell, den Kernstücken der telematischen Kultur, wird also das klassische Gegensatzpaar Mann und Frau zugeordnet, nicht als Bild, sondern nur als Ton.