Agnes Hegedüs ::
Their Things Spoken, 2001

Interaktive Arbeit auf DVD
Teil der dislocations-DVD [2001]

Koproduktion Agnes Hegedüs und ZKM | Institut für Bildmedien;
iCINEMA Centre for Interactive Cinema Research, University of New South Wales


    Die Arbeit Their Things Spoken von Agnes Hegedüs bezieht sich auf die Kluft zwischen der Erhaltung offiziell anerkannter kultureller Repräsentationsobjekte und dem Informationsgehalt persönlich als wichtig erachteter Dinge, der aus scheinbar unwichtigen, unbekannten biografischen Kontexten herrührt. Die Künstlerin verteilte an die Besucher des ZKM ein Merkblatt mit der Frage: »Warum sollte man Ihren liebsten Gegenstand nicht ins Museum stellen?« Diese Frage regte die Besucher zum Nachdenken über die Rituale der Wertschätzung und des Bewahrens an, sowie auch dazu, die Schaustücke des Museums zu den Relikten in Beziehung zu setzen, denen sie privat Bedeutung beimessen.

Von Seiten der Künstlerin gab es keinerlei Einschränkung hinsichtlich der Dinge, welche die Besucher mitbringen konnten. Mit einer Polararoid-Kamera dokumentierte Hegedüs die Teilnehmer und deren Lieblingsobjekte, und zeichnete die damit verbundenen Geschichten und Kommentare auf Tonband auf.

Ihr lag besonders daran, die Portraits der Menschen und Dinge in der soweit als möglich neutralsten Form aufzubewahren, so dass jedes Bild und jeder Kommentar gleichwertig erschienen würden. Die Benutzung einer DVD-ROM als Speichermedium ermöglicht die gesamten Beiträge so zu archivieren wie sie dokumentiert wurden. Die Geschichten stehen jeweils für sich, und, einem Atlas des täglichen Lebens gleich, zeigen sie eine zufällige Sammlung von Menschen, deren Beziehung zur Welt anhand der Objekt, mit denen sie sich identifizieren, offenbar wird.

- Ursula Frohne -