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Animation, Film, Regie: William Kentridge
Schnitt: Catherine Meyburgh
Musik: Alfred Makgamele
William Kentridges Umgang mit dem Medium
Film ist eine Art Dokumentation des Werkprozesses. Indem er Zeichnungen
im Zuge ihrer Veränderung filmt, entstehen Animationen als
flüchtige Metaphern des Erinnerns, Erkennens, Verdrängens.
Overvloed [holländisch: »Flut« »Überfluss«]
entstand 1999 für den monumentalen Amsterdamer Bürgersaal,
auf dessen gewölbte Barockdecke der Film projiziert wurde.
Er besteht aus animierten Zeichnungen, durch das Oval der Projektion
wandernden Scherenschnittfiguren, gefundenem Filmmaterial, versetzt
mit Fragmenten ostafrikanischer und holländischer Sprichwörter
aus der »Dutch Golden Era« und unterlegt mit melancholischem
Gesang und Akkordeonspiel. Die an die Decke projizierten Bilder
folgen dabei keiner Narration. Handspiegel, die die Betrachter als
Lesehilfe vorfinden, ermöglichen es, die zum Teil spiegelverkehrten
Aphorismen zu entziffern. Die Arbeit beschäftigt sich auf symbolischer
Ebene mit den historischen Verbindungen zwischen den Niederlanden
und Südafrika und versteht sich als Anmerkung zur Kolonialgeschichte
der Niederlande.
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