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In dieser Arbeit thematisiert Marc Lafia die durch
Software-Anwendungen und computerbasierte Prozesse bedingten Veränderungen
der kinematographischen Montage bzw. deren Neudefinition gegenüber
visuellen Strukturen des traditionellen Films.
Auf einem Monitor ist ein dreiteiliges Bild zu sehen, das sich aus
einer Auswahl aus siebenundzwanzig Standbildern aus russischen Filmen
zusammensetzt. Diese Standbilder wiederum wurden in fünf Teile
gesplittet, die sich ständig verändern und ausgetauscht
werden. Jedem dieser fünf Teilstücke wurde ein akustisches
Element, eine kurze Phrase aus Mahlers 9. Symphonie, zugeordnet.
Diese sich kontinuierlich in ihrer Tonhöhe verändernden
Elemente werden parallel zu den sich in ihrer Abspielgeschwindigkeit
verändernden Bildern und Bildfolgen wechselweise und auch sich
überschneidend hörbar.
Ist der Projektor im traditionellen Film eine rein technische, fest
montierte Apparatur zur Wiedergabe eines einzigen Projektionsbildes
ist, so bedeutet die Bezeichnung »Projektor« im Bereich
des auf Software-basierenden Films zugleich Wiedergabeinstrument
und Generationsmodus. Er wird zu einem variablen Instrument, das
Filme unter Vorgabe bestimmter und vielschichtiger Parameter abspielen
und projizieren kann. Für die Arbeit Variable Montage
verwendete Lafia das Programm MAX MSP. Jedes Bild kann so in eine
Zahl übersetzt werden und jeder Gruppe zusammengehörender
Bilder werden Variablen zugeordnet, innerhalb deren Grenzen die
Abfolge dieser Bilder und ihre Ordnungsstruktur in Bezugnahme auf
alle übrigen Bilder modifiziert werden können.
Im Bereich der computerbasierten Bildgeneration erhalten die Begriffe
»Zeit« und »Sequenz« eine völlig neue
Bedeutung, die vielleicht vor allem im Unterschied zwischen Werden
gegenüber Sich-Entfalten begründet liegt, da jedes Konzept
von »Zeit« in diesem Bereich das Werden eines Filmes
bedeutet, durch das gleichzeitig etwas Essentielles über computerbasierte
Prozesse als ein Instrument zur Realisierung Material inhärenter
Möglichkeiten sichtbar wird sowie auch über das Kino als
eine fest gefügte Maschinerie des Speziellen.
So ist Variable Montage gleichzeitig in eben solchem Maße
ein Maschinerie oder Struktur möglicher Filme wie auch Film
an sich.
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