Pat O'Neill, mit Rosemary Comella , Kristy H.A.Kang und The Labyrinth Project ::
The Decay of Fiction: Encounters with a Film by Pat O'Neill, 2002


Interaktive DVD-ROM, 3-teilige Projektion
und lineare DVD-Version
des 35mm Films als »work in progress«
Farbe, Ton, 73 min
Courtesy The Labyrinth Project, Annenberg Center for Communication - University of Southern California


Finanziert vom Annenberg Center For Communications at The University of Southern California, mit zusätzlicher finanzieller Unterstützung von The Southern California Studies Center (SC2) und the James Irvine Foundation

Die Besucher können sowohl die interaktive DVD-ROM als auch eine Vorführung der sich in Arbeit befindenden Version des Films The Decay of Fiction sehen.

    »Präsentiert wird hier die begleitende DVD-ROM zu Pat O'Neills Film The Decay of Fiction, der in der Gegenwart in einem der ehemalig grossen Hotels von Hollywood spielt, das sich heute verlassen zwischen Achtbarkeit und Ruin befindet.
Die DVD ermöglicht es dem Nutzer durch die mysteriösen Räume des verlassenen Hotels zu wandern und mit den geisterhaften Spuren der Menschen, Ereignisse und persönlichen Geschichten, die in die Räume eingebettet sind, zusammenzuwirken. Diese Welt präsentiert eine komplexe Anzahl unterschiedlicher Bilder und Töne, und lässt den Besucher die Verbindungen mit den Bürden der Erinnerung, der persönlichen wie der kulturellen, sowie der allgemein üblichen Darstellung der Geschichte von Los Angeles erforschen. Während die DVD-Produktion die entscheidenden Komponenten der Narration enthält, sind die Bilder und Töne in einer ungewöhnlichen Art zusammengesetzt, die das traditionelle Erzählen von Geschichten unterläuft. Angepasst an die neuen Hypertext-Medien, laden diese Anti-Stories den Besucher ein, seine eigene Kombination zu wählen und dabei neue narrative Reibungen zu erzeugen.«

- The Labyrith Project -

Zum Filmprojekt::
    »Die Arbeit The Decay of Fiction basiert auf den Wechselwirkungen und der Verknüpfung zweier unterschiedlicher Filmsequenzen, die auf denselben Ort bezogen sind bzw. diesen repräsentieren: Die erste Sequenz gibt einen tatsächlichen Ort wieder, die zweite besteht aus narrativ miteinander verknüpften Ereignissen, die an diesem Ort spielen. Am Anfang der Produktion standen Filmaufnahmen rund um ein leer stehendes Hotel, das abgerissen werden sollte. Die im Zeitrafferverfahren erstellten Aussen- und Innenaufnahmen des Gebäudes wurden mit bewegter Kamera gefilmt, um so einen suggestiven Kontext für ein hypothetisches, dramatisches Geschehen zu schaffen, dessen konkreter Ablauf dann separat inszeniert und gefilmt wurde. Durch die Verwendung einer Motion-tracking Kamera bei der Aufnahme der Spielszenen konnte die Bewegungsqualität der Kamerabilder, die das Hotel zeigen, exakt reproduziert, also auf die Aufnahmen der Schauspieler übertragen werden. In einem abschließenden Produktionsschritt wurden die beiden Sequenzen über ein Composite-Verfahren verbunden, d.h. die Schauspieler wurden in die Hotelsequenz hineinkopiert. Die dramatische Komponente der so entstehenden Filmbilder wird noch zusätzlich verstärkt durch die Tatsache verstärkt, dass die im Zeitrafferverfahren aufgenommenen Hintergrundsbilder den Wechsel der Tageszeiten, von Licht und Schatten um das Hotel und den angrenzenden Garten beschleunigt zeigen. Der unerbittliche Wechsel der Gestirne unterstreicht damit die Vergänglichkeit der einzelnen Geschichten - sie erscheinen wie Erinnerungen oder auch wie ein Nachdenken über Erinnerung.«

- Pat O'Neill -