Peter Fischli / David Weiss :
    Büsi, 2000

Das vielfältige Werk der beiden Schweizer Künstler Peter Fischli (*1952) und David Weiss (*1946), die seit fast fünfundzwanzig Jahren zusammenarbeiten, hat längst internationale Anerkennung gefunden. So wurde ihr Video »Büsi«, 2001 im Rahmen des Kunstförderprogramms »Video Art on the Times Square Astrovision« entstanden, im gleichen Jahr als Großprojektion am New Yorker Times Square gezeigt.

Dem Künstlerduo gelingt es immer wieder, zu überraschen, sie bringen den Betrachter zum Staunen und zum Schmunzeln, obwohl - oder gerade weil - ihr Sujet vor allem durch den Bezug auf Alltägliches gekennzeichnet ist. Es ist der fein ironische Gestus, mit dem Fischli/Weiss vertraute, nebensächliche Gegenstände und Situationen hinterfragen, sie humorvoll verfremden und mit dem sie letztendlich ihr Publikum erreichen.

Naheliegend ist die Verbindung zur künstlerischen Avantgarde des frühen zwanzigsten Jahrhunderts, wobei Fischli und Weiss die Dinge des Alltags nicht ihrem Kontext entnehmen, um sie in den künstlerischen Status zu erheben, vielmehr scheinen sie vor allem viel Vergnügen an der beeindruckenden visuellen Wirkung ihrer scheinbar nicht wahrgenommenen, weggeworfenen oder unscheinbaren Motive zu finden.

Die Hervorhebung des offenbar Banalen kommt auch in ihren Filmen »Der geringste Widerstand« und »Der Rechte Weg« zum Tragen, in dem sich zwei Tiergestalten, eine Ratte und ein Bär, den alltäglichen Fragen des Lebens widmen und es ihnen auf diese Weise gelingt, die Ereignisse in den Griff zu bekommen. Viele der gestellten Fragen finden sich Jahre später in der Installation »Fragen Projektion« wieder, in der in einem verdunkelten Raum über 400 Fragen per Dia an die Wand projiziert werden. Das zur Installation gehörende Bettchen läßt die Vermutung naheliegen, dass es sich bei den vielen Fragen um diejenigen drehen kann, die sich in jener Phase kurz vor dem Einschlafen ins Bewußtsein drängen. Führt ein unterirdischer Gang direkt in die Küche? Findet mich das Glück?

Ein weiteres Video, Der Lauf der Dinge, welches auf der documenta 8 uraufgeführt wurde, vermittelt den Wunsch, mittels eines phantasiereich inszenierten Installationsparcours die ständig wiederkehrende Abfolge von Ursache und Wirkung als Beobachter mit der Kamera festzuhalten.

Büsi

Videoinstallation (Farbe, Ton)

launch broadband video
launch modem video
 


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