Doug Aitken :
    Eraser, 1998

Doug Aitken gehört zu jener Generation junger Künstler, die in den neunziger Jahren durch ihren experimentellen Umgang mit dem Medium Video dieses zu einer universalen und Raum und Zeit, Fiktion und Realität, Theorie und Alltag integrierenden Sprache haben werden lassen und somit wesentlich die Tendenzen in der Videokunstszene bereichert haben.

Der 1968 geborene US-amerikanische Künstler Aitken machte erstmals mit seiner im Rahmen der Biennale von Venedig 2000 gezeigten und mit dem »Primo Internazionale« ausgezeichneten, raumgreifenden Videoinstallation »Electric Earth« (1999) auf sich aufmerksam, die einen immer wieder kehrenden Schwerpunkt seiner Arbeiten eindrücklich vor Augen führt: Die filmische und skulpturale Erkundung von Landschaften und die Archäologie verlassener, unwirtlicher Orte in unterschiedlichen geographischen Gebieten.

So auch der sieben Videoprojektionen umfassende Farbfilm Eraser, der den Besucher auf eine Wanderung durch die von einem Vulkanausbruch zerstörte Landschaft der Insel Montserrat schickt. Die Reise ist geprägt von Geisterstädten, verödeten Landschaften und Zivilisationsresten, gespenstische städtische Szenen ziehen vorbei, häufig verschwommen, brüchig, sprunghaft.

Dabei zielen die einzelnen Sequenzen nicht auf das bloße Betrachten der von Aitken geschaffenen Szenarien ab, sondern bilden einen in sich geschlossene räumlichen Gesamteindruck, obgleich die filmische Erzählung weder linear ist, noch auf ein klar identifizierbares Ziel verweist. Und trotzdem verharrt der Besucher in dem Netz der suggestiven Bilder, neugierig zu erfahren, ob man ihrem Rätsel doch noch auf die Spur kommen kann.

Videoinstallation (Farbe, Ton), 7-teilig, 2'55" - 7'59", Loop

 


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