Steve McQueen :
    Caribs' Leap / Western Deep, 2001

Die Filmarbeiten des britischen Künstlers Steve Mc Queen zeichnen sich durch die drastische Reduzierung, wenn nicht sogar durch den völligen Nicht-Gebrauch von Sprache, Farbe, Geräusch oder Musik aus. Auch die aus drei Projektionen bestehende Videoinstallation »Caribs’ Leap/Western Deep« lebt im wesentlichen von ihrer Erzählstruktur, ihrem Bildrythmus und -tempo und ihrem dem Betrachter vorgegeben Blickwinkel. Einzig begleitendes Element ist eine Tonspur, welche die raumfüllenden Filmsequenzen in einen atmospärischen, gleichmäßigen Klangraum einbettet.

Wie bereits in frühreren Arbeiten beschränkt sich Mc Queen in »Caribs’ Leap/Western Deep« fast gänzlich auf die klassischen erzähltechnischen Mittel des Films. Er arbeitet mit harten Hell/ Dunkel- beziehungsweise Licht- und Schattenkontrasten und ungewöhnlichen Perspektiven, wodurch seinen Filmen allgemein eine gewisse Ästhetik der 20er Jahre anhaftet. Dennoch setzt er diese Mittel keinesfalls als historisierende Strategie oder als Rückgriff auf die Ursprünge des bewegten Bildes ein. Sein Umgang mit ihnen ist unkonventionell, womit er eine Art Umkehrung ihrer traditionellen Funktionsweise erzielt.

Der Künstler nutzt die Suggestivkraft der Bilder, um den Menschen beim Betrachten seiner Werke seines Selbst, seiner Präsenz bewußt werden zu lassen. Er möchte ihn in eine Situation bringen, in der er aufmerksam wird, nicht nur auf das Werk sondern auch auf seine eigene Person, was in »Caribs’ Leap/Western Deep« zu einer fast klaustrophobisch anmutenden Unausweichlichkeit des Bildes führt und den Raum des Gezeigten zu einer nahezu körperlichen Erfahrung werden lässt.

Caribs' Leap / Western Deep Caribs' Leap / Western Deep

Videoinstallation (Farbe, Ton); 25'

 


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