Aernout Mik :
    Middlemen, 2001

Die Videoarbeiten des in Amsterdam lebenden und arbeitenden Künstlers Aernout Mik sind seit 1987 in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zunächst in den Niederlanden, später auch international u. a. auf den Biennalen von Saõ Paolo (1991), Venedig (1997 und 2001), Melbourne (1999) und Berlin (2001) zu sehen gewesen.

Aernout Miks groteske und zugleich ernsthafte Filme beschäftigen sich mit dem Verhalten von Menschen in der Gruppe, ihrer Aktion und Reaktion, wobei die Gründe ihres Handelns meist verborgen bleiben. Die fehlende Tonspur seiner Arbeiten unterstreicht den Charakter des Fremden, ermöglicht gleichzeitig aber eine bessere Integration in den vorgegebenen Raum. In Filmen wie »Organic Escalator« (2000) oder »Middlemen« (2001) erscheinen Mensch, Möbel und Raum gleich berechtigte Teile einer Welt zu sein, in der die Grenzen zwischen belebter und unbelebter Materie aufgehoben sind.

In »Middlemen« (2001) streift der konzentrierte Blick der Kamera durch einen Börsensaal, fährt auf und ab, umkreist die Objekte und schwenkt mit einem Mal wieder diagonal durch den Raum zurück. Mal stehen die vermeintlichen Akteure dieses Raumes, Broker und Sekretärinnen, regungslos gegen die Geländer gelehnt oder sitzen auf Treppen und Boden, mal zucken sie nervös, wie die Kursausschläge denen ihr Handeln für Gewöhnlich gilt, um gleich darauf wieder in Lethargie zu verfallen.

Konsequent wird dem Betrachter ein kausaler Erzählstrang verweigert. Vergebens sind die Bemühungen Ursache und Wirkung zu erkennen. Aernout Mik spricht den Betrachter auf der psychischen Ebene an, indem er ihn der Unsicherheit ohne rationale Erklärung überlässt. Gleichzeitig stellt er konventionelle Erzählstrukturen des klassischen Kinos, die auf der Kausalität von Ursache und Wirkung basieren, in Frage.

Middlemen

Videoinstallation (Farbe, ohne Ton); 21'

launch broadband video
launch modem video
 


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