Tony Oursler :
    Sketchy Blue, 1996

Der US-amerikanische Künstler Tony Oursler arbeitet seit Mitte der achtziger Jahre mit dem Medium Video. Aus seiner Intention heraus, Bild und Leinwand voneinander zu trennen, begann er mit der Projektion der Bilder auf Objekte. Es entstanden erste Arbeiten mit skulpturalem Charakter - die sogenannten »Dummies« und »Dolls« waren geboren, die ein immer wieder kehrendes Stilmittel in seinen Arbeiten darstellen sollten: puppenartige Wesen, die anstelle eines Gesichts einen Monitor oder ein Kissen besitzen. Später ging Oursler auch dazu über, auf andere dreidimensionale, meist textile Träger Ansichten bewegter menschlicher Körperteile zu projizieren. Auf gespenstische Art und Weise scheinen diese Wesen ein Eigenleben zu besitzen, sie sprechen oder wimmern, raunen unverständliche Worte, seufzen, klagen an.

Für einen Moment glaubt sich der Betrachter von Ourslers Wesen wahrgenommen - möglicherweise sind diese elektronisch animierten Puppen in der Lage, über Sensoren den Zuschauer zu registrieren und ihn in eine dialogische Situation einzubeziehen? Doch nach einer kurzen Phase der Irritation erkennt der Betrachter die in sich geschlosse, ausschließlich durch die technische Produktion hervorgerufene Realität und wird sich seiner Position jenseits der medialen Grenze bewusst.

Sketchy Blue

Videoinstallation (Farbe, Ton)

launch broadband video
launch modem video
 


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