Jeroen de Rijke / Willem de Rooij :
    For Ever and Ever, 1995

Das aus den Niederlanden stammende Künstlerduo Jeroen de Rijke und Willem de Rooij stellt die »Zeit« in den Mittelpunkt ihres künstlerischen Schaffens, wie sie im Sinne einer als fixiert wahrgenommenen Komponente des projizierten Filmbildes in das Bewußtsein des Betrachters tritt. Die Fixierung auf diesen dem Medium Video per se zugrunde liegenden Parameter, läßt die grundsätzlichen Qualitäten dessen zur Darstellung kommen, was nicht auf das wesentliche reduzierten Formalismus zur Folge hat, sondern eine ganz eigene, unmmittelbare Ästhetik.

Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Ordnungen von Sichtbarkeit von Zeit und abstrakter Kategorien wie Licht, Raum, Zeit, Maßstab und Bewegung wird in ihrer Arbeit »I´m Coming Home in Forty Days« (1997), ganz besonders erkennbar. Der Betrachter unternimmt eine filmische Erkundung eines Eisbergs in Grönland. Durch die ruhigen, wenig bewegten Landschaftsbilder entsteht der Eindruck einer eingefrorenen Zeit. Wechselt die Sicht unvermittelt auf die Projektion einer monochromen grünen Fläche, setzt das ganz an die Helligkeit und Weißheit der Bilder gewohnte Auge die sachten Bewegungen in dem grünen Lichtfeld fort. »I´m Coming Home in Forty Days« ist eine Reflexion über das Erkennen, Wiedererkennen und Erinnern.

Bereits in ihrer Arbeit »For Ever and Ever« von 1995 setzten Jeroen de Rijke und Willem de Rooij Mittel ein, die die Konstruktionen filmischer Erzählungen aufdecken. Weil der Betrachter merkt, wie durch seinen konditionierten Blick eigene Ergänzungen hergestellt werden, die die Erzählung weiterführen, wird er sich der ästhetischen Erfahrung umso stäker bewußt.

For Ever and Ever

16mm Film (Farbe, Ton); 20'

 


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