Pipilotti Rist :
    I'm a Victim of this Song, 1995

Mit Selbsterforschungen, denen stets etwas Clowneskes anhaftete, wurde die Videokünstlerin Pipilotti Rist einem breiteren Publikum bekannt. In ihrem ersten Video aus dem Jahr 1986 »I’m not the girl who misses much« tanzt die Künstlerin zu einer Songzeile von John Lennon, ohne jedoch dem Rhythmus nicht folgen zu können, da die Musik viel zu schnell abläuft. In den Bewegungen ihres Tanzes, die in disharmonischen Verrenken enden, bringt Pipilotti Rist in Bildsprache ein Bewußtsein zum Ausdruck, das stellvertretend für das Lebensgefühl der vorwiegend jüngeren Generation verstanden werden darf.

Rists Arbeit aus dem Jahr 1988 »(Entlastungen) Pipilottis Fehler« thematisiert die Unzulänglichkeit der Maschine und stellt sie den eigenen Fehlern gegenüber, um »ohne Respekt vor der Technik der Sonne im Computer entgegenzureiten und mit der Hirnzunge die Bilder knapp vor und knapp hinter den Augendeckeln zu mischen.«

Im »Pickelporno« von 1992 werden zwei nackte Körper von der Kamera gestreichelt, die Gefühle schwelgen in Farben und dem Besucher wird Einlaß gewährt in Pipilotti Rists Reich der Bilderspiele zwischen Körper- und Lebensgefühl.

Auf ähnliche Art und Weise werden in der Arbeit »I’m a victim of this song« (1995), in der der Betrachter in Pipilotti Rists eigener Interpretation eines Musikvideos schwelgen darf, die zentralen Themen Sinnlichkeit, Weiblichkeit und Sexualität aufgegriffen. Berauschend wirkt die Verschmelzung von Blick und Bild, die durch den Einsatz computertechnisch manipulierter Sequenzen noch verstärkt wird, mit der die Künstlerin die suggestive audiovisuelle Sprache einer Videoclipästhetik mit ihrem künstlerischen Anliegen der zeittypischen Selbstdarstellung koppelt.

I'm a Victim of this Song I'm a Victim of this Song

Videoinstallation (Farbe, Ton)

launch broadband video
launch modem video
 


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