Sam Taylor-Wood :
    Atlantic, 1997

Sam Taylor-Wood gilt als eine der etabliertesten Vertreterinnen der sogenannten »Brit Art« und wurde bereits 1998 für den renommierten Turner-Preis nominiert. In ihren theatralisch inszenierten Videoarbeiten thematisiert sie stets die Verwundbarkeit und die Sehnsüchte des Menschen und läßt die eigenen, inneren Befindlichkeiten und Projektionen spürbar werden.

International bekannt wurde Taylor-Wood mit ihrer während der Biennale Venedig 1997 gezeigten Arbeit »Atlantic«, die den Besucher Zeuge eines privaten Zwiegesprächs eines jungen Paares in einem Restaurant werden läßt. Der mittlere Teil der Installation, der einen Einblick in den eleganten Speiseraum gewährt, wird flankiert von zwei weiteren Projektionen, die jeweils in Nahaufnahme das Gesicht der Frau beziehungsweise die Hände des Mannes zeigen. Die Frau scheint völlig aufgelöst, sie weint und spricht stockend, während die Hände des Mannes Nervosität ausdrücken, er raucht fahrig, spielt mit Krümeln und dem Etikett der Weinflasche.

Der Betrachter wird Teilhaber einer alltäglichen Situation voller Emotionen, die unvermittelt die Schwierigkeiten zwischenmenschlicher Beziehungen visualisiert. Er nähert sich dem Paar in seinem gesellschaftlichen, sozialen und psychischem Verbundensein und bleibt dennoch distanziert. Indem sie narrative Strukturen mehr simuliert denn akzentuiert, läßt uns Sam Taylor-Wood die Ängste der Menschen bewußt werden, die sie am verletzlichsten werden lassen: Isolation, Einsamkeit, Entfremdung, Vergänglichkeit.

Atlantic Atlantic Atlantic

Videoprojektion (Farbe, ohne Ton); 3'44"

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