Sarah Morris :
    Federal Triangle (Capital),

Die 1967 in den USA geborene, heute in London lebende Künstlerin ist nicht nur durch zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen und Einzelpräsentationen mit ihren an Hard-edge-Malerei erinnernden Farbfeldbildern von Hochhausfassaden bekannt geworden, sondern lenkt die Aufmerksamkeit auch durch ihre Filme, in denen sie urbane Bilder archiviert und festhält und denen ein stark serieller Charakter zuzusprechen ist, auf sich.

Ihre Werke wie »Midtown« (1998), »AM-PM« (1999) und »Federal Triangle (Capital)« (2000) sind Aufnahmen urbaner Zeugnisse, eine Art visuelle Essenz der Architektur von Washington, Las Vegas und New York, die mit den eher zufällig wirkenden Beobachtungen von Menschen zu rhythmisch geordneten Filmen montiert werden.

In »Midtown« (2000) wird die visuelle Wirklichkeit von der Kamera regelrecht in Fragmente zerschnitten. Vertikal, horizontal oder diagonal verlaufende Bildstreifen, sowie wechselnde Kameraeinstellungen fügen sich zu einem rhythmischen Ganzen zusammen. Gleichzeitig werden in der Arbeit immer wieder dahinter liegende Inhalte angedeutet, an die sich die visuellen Momente heranarbeiten wollen. Beim Zusehen entsteht der Wunsch, endlich zu diesen zu gelangen, was aber von der Künstlerin in den raschen formalen Abfolgen verwehrt wird. Nichts Eindeutiges kann sich im visuellen Gedächtnis des Betrachters manifestieren. Er bleibt zurück mit unklaren Bedeutungen, angedeuteten Geschichten und unverarbeiteten Eindrücken.

 


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