Wolfgang Tillmans :
    Lights (Body), 2000-2002

Der als Fotograf bekannt gewordene Künstler Wolfgang Tillmans präsentiert mit der Arbeit »Lights (Body)« aus dem Jahr 2002 seine erste Video-Installation.

»Lights (Body)« läßt ein intensives Interesse an den privaten Elementen des alltäglichen Lebens erkennen, Motive, die der 1968 geborene Tillmans immer wieder im Zentrum seines Sujets stehen läßt. Im Gegensatz zu vielen seiner früheren Werken vermittelt »Lights (Body)« jedoch nicht ausschließlich ein Gefühl der Intimität, vielmehr lassen sie erahnen, dass Intimität auch ein Teil des öffentlichen Lebens ist.

Dennoch haftet seinen Werken nie etwas Voyeuristisches an. Tillmans pflegt zu seinen Modellen einen engen Kontakt und fast nie drängt sich dem Bildbetrachter der Eindruck auf, dass die Protagonisten nicht wüßten, dass sie fotografiert werden, was den Künstler von der dokumentarischen Fotografie »mit versteckter Kamera« weit abrücken läßt.

Tatsächlich begann Tillmans Anfang der 90er Jahre mit der Produktion von inszenierten Bildern, wenngleich er selbst keinen Unterschied zwischen »gefundenen« und »gestellten« Bildern macht. Vielmehr scheint der Gesamteindruck seines Werks entscheidend zu sein, mit dem er vor allem etwas von der Fülle und Vielfalt seiner Generation darzustellen vermag. Um seiner Auffassung von der inneren Vielseitigkeit des Individuums Ausdruck zu verleihen, bleibt sein Blick durch die Kamera stets offen gegenüber den Wechselbeziehungen der unterschiedlichsten Bereiche des menschlichen Lebens. So versucht er weder, Individuen als Repräsentanten bestimmter Gruppen darzustellen, noch umgekehrt Aufnahmen von größeren Gruppen als Dokumentation eines bestimmten Zeitgeistes in Erscheinung treten zu lassen. Bei Tillman sind alle Handlungen Teile eines Lebens, zu dem Vergnügen, Sinnlichkeit, Polititk, Religion, Sexualität, Spiritualität, Wissenschaft und Kunstproduktion gleichermaßen gehört.

Video Installation

 


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