Katalog

Der Katalog zur Ausstellung ist in englischer und deutscher Sprache erschienen und enthält neben Essaytexten eine umfangreiche Dokumentation zu den gesamten Medienarbeiten der Sammlung Goetz. Während der Dauer der Ausstellung beträgt der Preis EUR 34,90.
Über den ZKM _ Museumsshop können der Katalog sowie weitere ausstellungsbegleitende Publikationen zzgl. der Versandkosten per e-mail (shop@zkm.de) oder Fax (+49-(0)721-8100-1259) bestellt werden.

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»fast forward - ein Plädoyer zur Entschleunigung«

(Auszug aus dem Vorwort von Ingvild Goetz und Stephan Urbaschek)

In unserer beschleunigten Zeit des »schneller«, »besser«, »weiter«, »höher« möchten die umfassende Ausstellung und der Katalog der Film- und Videoarbeiten aus der Sammlung Goetz nicht nur einen Überblick über das Kunstschaffen der letzten 15 Jahre im Bereich der Medienkunst bieten, sondern sie thematisieren auch die veränderten Sehgewohnheiten, den Modus des fast forward, der daraus resultiert. So sind die hier zusammengefassten Werke Ausdruck von und Reaktion auf diese Beschleunigung zugleich. Ihr Spannungsbogen reicht von der extremen Verlangsamung der Bilder in David Claerbouts stilllebenhaftem Landschaftsporträt Ruurlo, Bocurloscheweg, 1910 bis zum rhythmisch-dynamischen Disco-Tempo in Wolfgang Tillmans »Lights (Body)«.

Hinter der reichhaltigen Werkauswahl für die Ausstellung steht nicht der Anspruch und die Erwartung, jeder Besucher solle alle Installationen und Monitore im »Schnellvorlauf« durchzappen, um sich damit einen Überblick verschafft zu haben. Vielmehr ist es unsere Hoffnung, dass man beim Durchgang selektiv einzelne Werke entdeckt, die individuell zum intensiven Betrachten verführen, in die man, gerade bei Mehrfachprojektionen, direkt eintauchen kann und die zu weiterer Auseinandersetzung anregen. Die notwendigen Rezeptionsmechanismen sind dabei vielen durch unsere TV-dominierten Sehgewohnheiten wahrscheinlich vertrauter als dies beim Betrachten eines klassischen Bildes oder einer Skulptur der Fall ist. Obwohl letztere ein genauso aktives Innehalten, Beobachten und Entdecken erfordern, sind die Medien Film und Video für eine jüngere Generation vielleicht besser geeignet, sich von der Faszination der Kunst verführen zu lassen, stehen zu bleiben und nicht rein und raus zu zappen, sondern von Anfang bis Ende beobachtend zu verharren, dabei die kleinen Details und Gesten zu schätzen oder sich in Zeiten der Flash-News auf eine ausführliche, oft auch dokumentarische Geschichte einzulassen.

Die Idee zu einem Bestandskatalog der Medienarbeiten der Sammlung Goetz existierte bereits seit geraumer Zeit. Die Einladung von Prof. Peter Weibel zur Ausstellung einer großen Auswahl von Medienarbeiten im ZKM in Karlsruhe wurde zum willkommenen Anlass, dieses umfangreiche Projekt während der letzten beiden Jahre in die Tat umzusetzen. Obwohl einzelne Werke von unterschiedlichen Künstlern bereits in den verschiedenen Ausstellungskatalogen der Sammlung Goetz der letzten 10 Jahre dokumentiert sind, erschien uns die vorliegende, speziell medienorientierte Annäherung in mehrfacher Hinsicht sinnvoll. Zum einen wurde in den Abbildungen des Kataloges ein Schwerpunkt auf die ausgestellten Werke und die Gesamtinstallation im ZKM gelegt, wodurch den Besuchern ein ausführlicher und reich bebilderter Ausstellungskatalog an die Hand gegeben wird. Gleichzeitig beleuchtet er mit seinen einführenden, theoretischen Essays von Sabine Himmelsbach, Mark Nash, Stephan Urbaschek und Peter Weibel Geschichte und aktuelle Situation der Film- und Videokunst. Der Katalog bettet die ausgestellten Arbeiten nicht nur in das Œuvre des individuellen Künstlers ein, sondern verschafft einen Überblick über die Film- und Videoproduktion der letzten Jahre aus bewusst subjektiver Sammlerinnenperspektive.


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