c) Sarah Kenderdine, Jeffrey Shaw, Foto: Felix Gross
Sarah Kenderdine, Jeffrey Shaw mit John Gollings, Paul Doornbusch: »Place-Hampi« [2006]
Die interaktive Installation »Place-Hampi« ist ein innovatives Modell zur digitalen Bewahrung und Vermittlung von Kulturgeschichte. Die Arbeit, die für das von Jeffrey Shaw entwickelte PLACE-Environment implementiert wurde, zeigt am Beispiel der indischen Tempelanlage Hampi, wie kulturhistorisch bedeutsame Stätten für den Besucher zugänglich und auf faszinierende Weise erlebbar gemacht werden können.
Innerhalb einer Rundumleinwand mit 9 m Durchmesser kann der Benutzer auf einer motorisierten Plattform einen Projektor steuern. Gemäß seinem Standpunkt kann er über stereoskopische Panoramafotografien diese einzigartige Tempelanlage erkunden. Ergänzt wird dieses Material durch Animationssequenzen, in denen virtuelle Charaktere aus der Religions- und Geistesgeschichte des Ortes weitere Hintergrundinformationen vermitteln.
Die Gegenwärtigkeit der Historie des Ortes und die Teilhabe daran werden zudem verstärkt durch einen Rundum-Raumklang, der sich, in Echtzeit generiert, mit der Position des Nutzers deckt.
Autoren: Sarah Kenderdine, Jeffrey Shaw
mit John Gollings, Paul Doornbusch, Paprikaas Animation Studio und Dr L Subramaniam
Szenario und Produktion: Sarah Kenderdine, Jeffrey Shaw
Fotografische Aufnahmen: John Gollings, Sarah Kenderdine, Jeffrey Shaw
Aufnahmen Raumklang und Soundmaterial: Paul Doornbusch, Doron Kipen
Audiointegration: Paul Doornbusch
Komposition: Dr L Subramaniam
Computergrafik und Animation: Paprikaas Animation Studio, Bangalore
Video: Surendra Kumar, Save Hampi Trust
Beratung Stereoskopie: Paul Bourke
Archäologische Beratung und Unterstützung: George Michell, John Fritz, Archaeological Survey of India
Abwicklung Genehmigungen und Unterstützung der Arbeiten vor Ort: Archaeological Survey of India, Indian Archaeological Department Inspector [Karnataka Circle] S V P Halakatti
Organisation der Arbeiten vor Ort: Sarah Kenderdine
MOCAP Studio: Sina Azad
MOCAP Tanzsequenz [Shiva as Nataraja]: Lingalayam Dance Company
Künstlerische Leitung/ Choreographie: Anandavalli
Tanz: Saipriya Balasubramaniam
Eine Koproduktion von: lille3000; Epidemic, Paris [F]; UNSW iCinema Centre, Sydney [AUS];
Museum Victoria, Melbourne [AUS]; ZKM | Karlsruhe [D]; Australian Centre for the Moving Image, Melbourne [AUS]; Gollings Photography, Music and Effects [AUS].
Jeffrey Shaw
[* 1944, Melbourne, AUS], Gründungsdirektor des ZKM | Institut für Bildmedien und Gründungsdirektor des iCinema Research Center, Sydney [AUS] zählt zu den Pionieren der interaktiven Medienkunst. Bereits in den sechziger Jahren schuf Shaw intermediale partizipative Environments, die den Rezipienten zum Akteur werden ließen. Später erweiterte die Computertechnologie seine dynamischen und architektonischen Raummodelle, wobei die Auslotung von Konzepten virtueller Realität unter Rückgriff auf historische Modelle immersiver Bildstrategien einen zentralen Schwerpunkt seiner Installationen und Environments darstellte.
Ein weiteres zentrales Thema von Jeffrey Shaws Arbeit ist der Bereich der interaktiven digitalen Cinematographie und neuer interaktiver Narrationsformen.
Sarah Kenderdine
studierte Maritime Archäologie und war als Kuratorin tätig. Seit 1994 konzipiert sie digitale Umgebungen für Kulturinstitutionen und ist derzeit Koordinatorin für spezielle Projekte und Projektmanagerin am Museum Victoria [AUS] für das Project »The Virtual Room«, eine VR-Displaysystem, das zur Vermittlung unterschiedlicher kulturhistorischer Themen genutzt wird. Sie ist eine der Direktorinnen des Virtual Heritage Network und der International Society of Virtual System and Multimedia. Zu ihrern jüngsten Publikationen zählt u.a. der Band »Theorizing Digital Cultural Heritage. A Critical Discourse« [herausgegeben mit Fiona Cameron].
John Gollings
[*1944, Melbourne, AUS] zählt zu den renommiertesten Architekturfotografen Australiens. Zu der Auseinandersetzung mit den Bauten seines Heimatlandes trat in den letzten Jahren verstärkt die Beschäftigung mit der Architektur unterschiedlichster Kulturen, wie etwa der islamischen Welt oder Indiens. Seine Arbeiten wurden international publiziert und ausgestellt und finden sich u.a. in der Sammlung der National Gallery of Victoria und der National Gallery of Australia in Canberra.
Paul Doornbusch
[*1959, Melbourne, AUS] ist Komponist, Sonologe und Interpret. Ein Schwerpunkt seiner interantional präsentierten Arbeit sind algorithmische Kompositionssysteme für sowohl traditionelle Instrumente als auch Elektronik. Nach seinem Musikstudium in Australien bei Barry Conyngham, war er in Europa tätig, und unterrichtete u.a. am Königlichen Konservatorium für Musik in den Niederlanden.