Open Codes. Leben in digitalen Welten
Impressionen der Ausstellung »Open Codes« in der Landesvertretung BW in Berlin.
02.10.2019 – 17.10.2019

Wir leben in einer Welt, die von Daten erzeugt, gesteuert und kontrolliert wird. Digitale Codes bilden den Zugang zu dieser Welt, sie bestimmen, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen und haben einen tief greifenden Einfluss auf sämtliche Bereiche unseres Lebens – auf Wirtschaft und Gesellschaft, Politik und Justiz.

Das Ausstellungs- und Bildungsprojekt »Open Codes«, das von Oktober 2017 bis Juni 2019 im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe mehr als 200.000 BesucherInnen verzeichnen konnte, eröffnet am 1. Oktober 2019 in Berlin, in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund. Die vom ZKM präsentierte Reisefassung der Ausstellung legt den Fokus auf die technologischen Entwicklungen in Baden-Württemberg.

Viele wichtige technische Entwicklungen im Bereich der Informatik haben in Baden-Württemberg stattgefunden, von der Fertigstellung der Rechenmaschine von Philipp Matthäus Hahn im Jahr 1774 in Kornwestheim bis zur Erfindung der »Lernmatrix« des Stuttgarter Informatikpioniers Karl Steinbuch im Jahr 1969, die eine der ersten technischen Realisierungen für lernfähige Systeme war. In der Ausstellung gibt die interaktive Augmented-Reality-Installation »Genealogie des Digitalen Codes« einen Überblick über wesentliche Meilensteine in der Computertechnik von 1800 bis heute. Auf iPads können Videos abrufen werden, in denen beispielsweise die Entwicklung des Binärcodes, frühe Rechenmaschinen, das erste neuronale Netz – und natürlich auch der Empfang der ersten E-Mail in Deutschland an der Karlsruher Universität erlebbar werden. Neben dieser Installation werden zahlreiche Werke gezeigt, die sich mit den gesellschaftlichen und kulturellen Auswirkungen aktueller Technologien beschäftigen. Verschiedene Arten der digitalen Transformationen ihrer selbst erleben die BesucherInnen beispielsweise in der Installation »YOU:R:CODE«, in der das eigene Spiegelbild zunehmend in einen digitalen Datenkörper transformiert wird. Spannende Experimente der 1970er- und 1980er-Jahre zur visuellen Wahrnehmung von Bewegung und mathematischen Strukturen zeigen die beiden Filme »3/78 (Objects and Transformations)« und »Calculated Movement« des Künstlers Larry Cuba.

»Open Codes« ist nicht nur eine Ausstellung: das Projekt versteht sich ebenso als ein experimenteller Raum kreativer Begegnungen, in dem Wissensproduktion zum Verständnis unserer künstlichen, von Menschen gemachten Datenwelt stattfindet. »Open Codes« in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund ist ein Versuch, sich mit den heutigen Realitäten auseinanderzusetzen und über die aktuellen sozialen Auswirkungen nachzudenken, die diese digitale Datenwelt mit sich bringt.

Ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Vorträgen, Workshops und Filmvorführungen begleitet die Ausstellung. Wir laden die BesucherInnen ein, den Ausstellungsraum als Denkraum, Kooperationsraum und Treffpunkt zu erleben, als eine neue Form der Zusammenkunft und des Austauschs zur Aneignung von Wissen und zur Zusammenarbeit. »Open Codes« will damit Perspektiven und Entwicklungslinien für die Zukunft aufzeigen, um die Welt, in der wir leben, besser zu verstehen.

Parallel zur Ausstellung in der Landesvertretung Baden-Württembergs beim Bund findet »Open Codes« von 20.07. bis 07.10.2019 im Chronus Art Center in Shanghai, China statt. Von 23.10.2019 bis 26.01.2020 wird »Open Codes« bei Azkuna Zentroa in Bilbao, Spanien gezeigt.

Impressum
Ausstellungsteam

Technische Projektleitung: Christof Hierholzer

Organisation / Institution
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe und Vertretung des Landes Baden-Württemberg beim Bund

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