Jochen Gerz

Geburtsjahr, Ort
1940, Berlin, Deutschland
Rolle am ZKM
Künstler/in der Sammlung
Biografie

Jochen Gerz wurde 1940 in Berlin geboren. 1958-60 studierte er Germanistik, Anglistik und Sinologie in Köln und 1962 Urgeschichte in Basel. Seit 1976 hatte er Lehraufträge an Kunsthochschulen im In- und Ausland. Jochen Gerz erhielt für seine Arbeit zahlreiche Preise, zuletzt 1996 den Preis der deutschen Kunstkritik in Berlin, den Ordre National pour le mérite in Paris und den Peter-Weiss-Preis in Bochum. Er lebt in Paris.

1968 beginnt Gerz, Bücher zu veröffentlichen, in denen er verschiedene Möglichkeiten des Schreibens und der Visualisierung von Sprache erprobt. Ab 1969 kommen Fotografien hinzu. Der Text und die Fotografien ergänzen einander ohne zu verschmelzen. Es entstehen mehrteilige Fototafeln, die ein Raster aus Bild- und Textfragmenten bilden. Seit 1972 beschäftigt sich Gerz mit Video, schafft Installationen und zeigt Performances. Gemeinsam mit seiner Frau Esther Shalev-Gerz führt er seit 1984 Projekte durch, die Denkmalkonzepte und das Erinnern und Formen eines gemeinschaftlichen Handelns zum Thema haben. Dabei entstehen Monumente im öffentlichen Raum, die erst durch die Beteiligung des Publikums ihre endgültige Gestalt annehmen, wie das »Mahnmal gegen Faschismus« 1986-93 in Hamburg-Harburg.
Weitere Projekte sind »2146 Steine - Mahnmal gegen Rassismus« 1991-93 in Saarbrücken und die »Bremer Befragung« 1990-95, bei der die Bürger aufgefordert wurden, ihre Vorstellungen über Thema und Wirkung eines Denkmals zu äußern.
 
Einzelausstellungen (Auswahl)
 
1968 Galleria Rinascita, Modena
1974 Kunsthalle Kiel
1988 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
1990 Hamburger Kunsthalle, Hamburg
1992 »Jochen Gerz, Life after Humanism«, Neues Museum Weserburg Bremen, anschließend Badischer Kunstverein, Karlsruhe, Cornerhause Manchester, Saarland Museum Saarbrücken, Altenburg, Potsdam
1993 Galerie Sima, Nürnberg
1994 »Jochen Gerz, Les Images«, Musée d'Art Moderne, Straßburg; »Jochen Gerz, People speak«, Vancouver Art Gallery, Vancouver, anschließend Newport Harbor Art Museum, Newport Beach, Neuberger Art Museum, Purchase, Winnipeg Art Gallery, Winnipeg
1997 »Jochen Gerz, The French Wall«, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg, anschließend Kunstmuseum Düsseldorf, Musée d'Art Moderne, Saint-Etienne; »Get out of my lies«, Museum Wiesbaden
 
Gruppenausstellungen (Auswahl)
 
1970 »Concrete Poetry«, Stedelijk Museum, Amsterdam
1976 Biennale di Venezia, Deutscher Pavillon (mit Reiner Ruthenbeck und Joseph Beuys), Venedig
1977 documenta VI, Kassel
1982 »Videokunst in Deutschland 1963-1982«, Kölnischer Kunstverein, Köln, anschließend Hamburger Kunsthalle, Hamburg, Badischer Kunstverein, Karlsruhe, Westfälischer Kunstverein, Münster, München, Nürnberg, Berlin
1986 »Behind the Eyes«, San Francisco Museum of Modern Art, San Francisco
1987 documenta VIII, Kassel
1992 The Biennale of Sydney, The Art Gallery of New South Wales, Sydney
1994 »Hors Limites«, Musée National d'Art Moderne, Centre Georges Pompidou, Paris
1995 »Where is Abel, thy brother?«, Zacheta Gallery of Contemporary Art, Warschau; »Die Fotografie nach der Fotografie«, Siemens Kulturprogramm, Aktionsforum Praterinsel, München, anschließend Kunst.Halle.Krems, Krems, Städtische Galerie Erlangen, Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus, Museet for Fotokunst, Odense, Fotomuseum Winterthur
1996 »Face à l'histoire«, Musée National d'Art Moderne, Centre Georges Pompidou, Paris
1997 »Made in France«, Musée National d'Art Moderne, Centre Georges Pompidou, Paris; »foto text text foto«, Frankfurter Kunstverein, Frankfurt/M; »Intermedial«, Kunstsammlung im Kunstgeschichtlichen Institut der Ruhruniversität Bochum; »Deep Storage«, Haus der Kunst, München Krems, »Deutschlandbilder«, Martin-Gropius Bau, Berlin 

[David Richardt, 1997]