Jürgen Klauke

Geburtsjahr, Ort
1943, Kliding, Deutschland
Rolle am ZKM
Künstler/in der Sammlung
Biografie

Jürgen Klauke wurde 1943 in Kliding/Cochem geboren. Er studierte von 1964-70 freie Graphik an der Fachhochschule für Design und Kunst in Köln, an der er anschließend einen Lehrauftrag bis 1975 innehatte. Es folgten weitere Gastprofessuren an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, der Akademie der Bildenden Künste in München und der Gesamthochschule in Kassel. Er lebt seit 1968 in Köln.

Jürgen Klauke beginnt 1970 mit der Kamera zu arbeiten, nachdem er sich vorher hauptsächlich mit Zeichnungen beschäftigt hatte. Er veröffentlicht 1971 eine Reihe von Selbstporträts mit Zeichnungen in dem Buch »Ich & Ich. Tageszeichnungen & Fotosequenzen«. Seither stellt er seine eigene Person in den Mittelpunkt seines Werks. Als Ausgangspunkt dienen ihm Sehnsüchte, Träume, Begierden und Ängste, über die er sich mit Fragen von Identität, Sexualität, Liebe, Tod und menschlichen Beziehungen auseinandersetzt. Diese Themen bearbeitet Klauke mit Zeichnungen, Performances, Video und Film, doch bildet die Fotografie den Kern seines Werkes. In den meist großformatigen Fotosequenzen und seinen Videoarbeiten ist er Regisseur und Akteur zugleich, in seinen Performances meist der einzige Protagonist. Die Performances dokumentiert er in Fotoblöcken und begleitet diese seit 1975 mit öffentlichen, multimedialen Aktionen (z.B. »Formalisierung der Langeweile«, 1979-82). Seit Mitte der achtziger Jahre benutzt Klauke die Durchleuchtungsgeräte auf Flughäfen für seine Fotoarbeiten, mit denen er eine zwanghafte Sehsucht auf die Spitze treibt und das technische Verfahren zum Thema macht.
 
Einzelausstellungen (Auswahl)
 
1973 Rheinisches Landesmuseum, Bonn
1975 Galerie Kochs, Köln
1980 Kunstmuseum Düsseldorf
1981 »Formalisierung der Langeweile«, Rheinisches Landesmuseum, Bonn
1986 »Griffe ins Leere & Very de Nada«, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Neue Nationalgalerie, Berlin; »Eine Ewigkeit ein Lächeln«, Badischer Kunstverein, Karlsruhe, anschließend Hamburger Kunsthalle, Hamburg, Museum Boijmans Van Beuningen Rotterdam, Museum Ludwig, Köln
1990 »Prosecuritas. Travaux photo 1986-1990«, Galerie Pierre Bernard, Nizza
1992 »Sonntagsneurosen«, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, anschließend Kunstmuseum Düsseldorf
1993 »Stephen Heros«, Galerie Hermeyer, München
1994 »Jürgen Klauke. Cindy Sherman«, Sammlung Ingvild Goetz, München; »Stottern + Stammeln/länglich.«, Galerie Bugdahn und Kaimer, Düsseldorf
1996 »Arbeiten auf Papier«, Galerie Pablo Stähli, Zürich
1997 »Phantomempfindung«, The Museum of Modern Art, Saitama, The Museum of Modern Art, Shiga, The Yamaguchi Prefectural Museum of Art, Yamaguchi; »Desaströses Ich«, Galerie Bugdahn und Kaimer, Düsseldorf

Gruppenausstellungen (Auswahl)
 
1974 »Transformer«, Kunstmuseum Luzern
1977 documenta VI, Kassel
1979 »ART: Museum des Geldes. Über die seltsame Natur des Geldes in Kunst, Wissenschaft und Leben Il«, Stedelijk Van Abbe Museum, Eindhoven, anschließend Musée d'Art Moderne de la Ville de Paris
1980 Biennale di Venezia, Venedig
1981 »Westkunst«, Museen der Stadt Köln
1985 »1945-1985. Kunst in der Bundesrepublik Deutschland«, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Neue Nationalgalerie, Berlin
1987 documenta VIII, Kassel
1990 »Kunstminen«, Kunstmuseum Düsseldorf
1993 »Photographie in der deutschen Gegenwartskunst«, Museum Ludwig, Köln
1995 »RAM Realität, Anspruch, Medium«, Bonner Kunstverein, Bonn, anschließend Neues Museum Weserburg, Bremen, Lindenau-Museum, Altenburg, Wiesbaden; »fémininmasculin: Le sexe de l'art«, Musée National d'Art Moderne, Centre Georges Pompidou, Paris
1996 »Abenteuer Kunst«, Städtische Galerie Göppingen; »Höhepunkte zeitgenössischer Kunst aus der Sammlung Garnatz«, Städtische Galerie im Prinz-Max-Palais, Karlsruhe

[David Richardt, 1997]

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