Michail Ryklin

Geburtsjahr, Ort
1948, Leningrad, heute St. Petersburg, Russische Föderation
Biografie

Der Philosoph, Schriftsteller und Essayist Michail Ryklin, geboren 1948, ist Professor am Institut für Philosophie der Moskauer Akademie der Wissenschaften und leitet dort seit 1997 den Fachbereich Philosophische Anthropologie. Er studierte Philosophie und Ästhetik an der Staatlichen Universität Moskau und promovierte 1978 in Philosophiegeschichte. Ryklin ist heute einer der renommiertesten Philosophen Russlands, der sich für einen intensiven philosophischen Dialog mit Westeuropa, insbesondere mit der französischen Gegenwartsphilosophie, einsetzt. Er ist Herausgeber und Übersetzer von Gilles Deleuze, Jacques Derrida, Michel Foucault, Roland Barthes, Claude Levi-Strauss, Theodor W. Adorno u. a. 1977 hat er die erste russische Ausgabe des »Moskauer Tagebuchs« von Walter Benjamin ediert. Im Jahre 2000 war er Mitbegründer der Walter-Benjamin-Gesellschaft in Barcelona. Internationale Bekanntheit erlangte er durch seine Bücher über Michail Bachtin und Fjodor M. Dostojewski. Jüngste Forschungsaufenthalte führten ihn u. a. an die Universität Bristol, an das Berliner Zentrum für Literaturforschung und an das Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam. Michail Ryklin ist Mitglied der New Yorker Akademie der Wissenschaften und schreibt seit 1995 als Korrespondent für die europäische Kulturzeitschrift »Lettre International«. Neben philosophischen Texten publiziert er zahlreiche Beiträge über Gegenwartskunst und -literatur. Zu seinen aktuellsten Buchveröffentlichungen zählen »Deconstruction and Destruction. Conversations with Philosophers« (Moskau 2002) und »Spaces of Jubilation. Totalitarism and the Difference« (Moskau 2003), eine Untersuchung zum Kollektivkörper, in der Ryklin die Halluzinationen des postsowjetischen Kollektivs an unterschiedlichen Formen der russischen Drogen-Literatur seit den 1990er Jahren exemplifiziert.

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