Die neue Menschheit

Biopolitische Utopien in Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Cover der Publikation »Die neue Menschheit«
Publikationstyp
Sammelband
Verfasser / Herausgeber
Boris Groys und Michael Hagemeister (Hg.) in Zusammenarbeit mit Anne von der Heiden
Verlag, Ort
Suhrkamp, Frankfurt am Main
Jahr
2005
Inhalt

„Das höchste Gut ist das menschliche Leben im Kosmos. Das größte Übel ist der Tod. […] Eine Gesellschaft, die den Interplanetarismus verwirklicht und Tote auferweckt, wird von jedem bejaht, da sie das höchste Wohl eines jeden verwirklicht.”
– Aleksandr Svjatogor 

Um die Jahrhundertwende entwarfen russische Autoren radikale Projekte einer totalen Umgestaltung des Lebens, vor deren Hintergrund heutige Biopolitikdebatten geradezu bescheiden wirken. So entwarf etwa Fedorov das »Projekt der gemeinsamen Tat«, dessen Ziel es war, mittels moderner Technik alle Toten künstlich auferstehen zu lassen; die »Biokosmisten« proklamierten den Kommunismus als Weg zur Erlangung der Unsterblichkeit, und Ciolkovskij, der Vater des sowjetischen Raumfahrtprogramms, hatte das Ziel vor Augen, andere Planeten mit auferstandenen Menschen zu bevölkern. Der Band stellt die bisher unbekannt gebliebenen biopolitisch-utopischen Entwürfe vor und veranschaulicht die in der westlichen Rezeption kaum wahrgenommene ideologische Komponente der kommunistischen Weltanschauung, die bis in die postkommunistische Gegenwart wirkt. 

Boris Groys ist Professor für Kunstwissenschaft, Philosophie und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Michael Hagemeister, Historiker und Slawist, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder).

Sprache
Deutsch
Beschreibung
688 S.
ISBN
3-518-29363-X
Kooperationspartner

Kulturstiftung des Bundes