Section 4: TECHNOLOGY

Driving the Human Festival

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Kann KI helfen, eine nachhaltigere und kollektive Zukunft zu gestalten?

Künstliche Intelligenz wird bereits eingesetzt, um alle Bereiche des menschlichen Lebens zu strukturieren. In dieser datenbasierten Realität sind menschliche Entscheidungen zu Datensätzen geworden, welche die Infrastrukturen unserer Gesellschaften aufbauen. Durch den Einfluss der Technologieriesen auf Politik und Wissenschaft ist eine von wirtschaftlichen Interessen unabhängig agierende Forschung fast unmöglich geworden. In einer webbasierten Umgebung werden passiver Konsum und aktives Engagement permanent stimuliert, wodurch die Grenze zwischen freier Wahl und aufgezwungenem Konsum verschwindet. Können wir einen Weg finden, uns kritisch mit dem Einsatz von KI auseinanderzusetzen? Könnte KI ein Werkzeug werden, um eine nachhaltigere und kollektive Zukunft zu gestalten? Dieser Abschnitt erforscht die kritische Auseinandersetzung mit KI und lotet Grenzen und alternative Nutzungsmöglichkeiten aus, wobei ethische Grenzen und Strategien für Aktivismus untersucht werden.

Programm

Begrüßung und Einführung ins Programm
Barbara Kiolbassa (Kunstvermittlerin ZKM), Julien McHardy (Wissenschaftler, Kurator)

Gespräch
Albert-László Barabási (Physiker, Netzwerkwissenschaftler) mit Teresa Retzer (Kuratorin am ZKM)

Albert-László Barabási, Gründer des Barabási Labs, veranschaulicht das innovative und interdisziplinäre Feld der Netzwerkforschung, das die Analyse verschiedenster kultureller und sozialer Phänomene ermöglicht. Unsichtbare, verborgene Verbindungen und sich stets wiederholende Muster innerhalb Natur, Gesellschaft, Sprache und Kultur können somit nicht nur erforscht, sondern auch sichtbar gemacht werden. Barabásis Netzwerkansatz verspricht eine umfassende, universelle Methode, die es erlaubt viele Phänomene mit wissenschaftlicher Präzision zu beleuchten. Im Frühling 2021 präsentiert das Barabási Lab Netzwerke, in verschiedensten visuellen Darstellungen, aus 20 Jahren Forschung im ZKM Karlsruhe.

Panel-Diskussion
Maximilian Ilse (Doktorand am Amsterdam Machine Learning Lab (AMLab)), Simone Niquille (Designerin, Wissenschaftlerin), moderiert von Ariana Dongus
Die Podiumsteilnehmenden diskutieren die unauflösbare Verbindung zwischen Wirtschaft, Design und KI.

Maximilian Ilse gibt Einblicke in die Arbeit eines KI-Forschers, der in der Auswertung von Daten geschult wird, ohne die Möglichkeit zu erhalten, die ethischen und sozialen Implikationen seiner Arbeit zu reflektieren.

Performance
Vivien Tauchmann, »Self-As-Other-Training: Textiles«

Vivien Tauchmann produzierte fünf »Self-As-Other-Trainings«, die während des gesamten Festivals gezeigt wurden. Die »Self-As-Other-Trainings« thematisieren die Notwendigkeit, unsere Körper durch die Dekontextualisierung dieser stillen Exklusionen und die aktive Verkörperung des »Anderen« in choreografierten Handlungssträngen zu erziehen, um eine kritische Selbstreflexion hervorzurufen und schließlich Verhaltensänderungen zu provozieren. Die Arbeit will zeigen, dass Empathie nicht nur eine rationale Fähigkeit ist, sondern auch ein körperlicher Geisteszustand, durch den wir unsere Verbindungen zu Menschen jenseits unseres bekannten Rahmens neu gestalten können.

Driving the Human Festival | Section 4: TECHNOLOGY

Driving the Human Festival
20.–22. November 2020

Organisiert und veranstaltet von ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe und Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

Die »Driving the Human«-Kooperation ist von vier Institutionen initiiert und koordiniert: acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, das internationale Mentoring-Programm Forecast, die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe.

»Driving the Human« wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU).

Teil des Future Architecture Programms