Section 6: ACCESS

Driving the Human Festival

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Wer hat Zugang zu Wissen und Partizipation?

Wer nimmt an der Gestaltung vorherrschender politischer und sozioökonomischer Infrastrukturen teil und wessen Meinungen werden marginalisiert? Wie können wir ein System aufbauen, das sowohl die Bedürfnisse aller Menschen als auch die Notwendigkeiten von nicht-menschlichen Wesen berücksichtigt? Diese Section untersucht neue Modelle der Partizipation, Werkzeuge, um strukturelle Ungleichheiten herauszufordern, und setzt sich kritisch mit digitalen und analogen Werkzeugen auseinander.

Programm

Projektpräsentation
Feral Atlas Collective (Lili Carr, Feifei Zhou)

Das Gemeinschaftsprojekt »Feral Atlas« lädt dazu ein, die ökologischen Welten zu erkunden, die entstehen, wenn sich nicht-menschliche Wesen mit menschlichen Infrastrukturprojekten verbinden. Mehr als siebzig Erfahrungsberichte von Akteure und Akteurinnen aus Wissenschaft, Geisteswissenschaft und Kunst zeigen, wie man »verwilderte« Ökologien erkennen kann, das heißt Ökologien, die durch vom Menschen gebaute Infrastrukturen gefördert wurden, sich aber außerhalb der menschlichen Kontrolle entwickelt und ausgebreitet haben. Diese infrastrukturellen Effekte, so argumentiert »Feral Atlas«, sind das Anthropozän.

Panel-Diskussion
Claudia Chwalisz (Autorin, leitet die Arbeit der OECD zur innovativen Bürgerbeteiligung), Sasha Costanza-Chock (Wissenschaftlerin, Designerin, Aktivistin), moderiert von Vera Sacchetti

Die Podiumsteilnehmenden sprechen über unterschiedliche partizipative Techniken. Sasha Costanza-Chock erklärt, wie im Bereich von »Design Justice« nach den Gesetzen der »Matrix of Domination« gearbeitet wird, einem konzeptionellen Modell, das dominante und ungleiche Strukturen infrage stellt. Claudia Chwalisz bringt angewandte Methoden der Partizipation zur Sprache, die in der Alltagspolitik und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens institutionalisiert werden.

Projektpräsentation
Jonas Staal und Jan Fermon, »Collectivize Facebook«, 2020

»Collectivize Facebook« nutzt Kunst als einen Ort der kollektiven juristischen Aktion und Spekulation. Jonas Staal und Jan Fermon laden die Öffentlichkeit ein, sich einem Rechtsstreit anzuschließen, zielen aber auch darauf ab, die Vorstellungskraft zu mobilisieren, wenn es darum geht, Facebook – wie auch andere multinationale Konzerne – als Gemeineigentum zurückzufordern und zu regieren.

Performance
Vivien Tauchmann, »Self-As-Other-Training: Household«

Vivien Tauchmann produzierte fünf »Self-As-Other-Trainings«, die während des gesamten Festivals gezeigt wurden. Die »Self-As-Other-Trainings« thematisieren die Notwendigkeit, unsere Körper durch die Dekontextualisierung dieser stillen Exklusionen und die aktive Verkörperung des »Anderen« in choreografierten Handlungssträngen zu erziehen, um eine kritische Selbstreflexion hervorzurufen und schließlich Verhaltensänderungen zu provozieren. Die Arbeit will zeigen, dass Empathie nicht nur eine rationale Fähigkeit ist, sondern auch ein körperlicher Geisteszustand, durch den wir unsere Verbindungen zu Menschen jenseits unseres bekannten Rahmens neu gestalten können.

Driving the Human Festival | Section 6: ACCESS

Driving the Human Festival
20.–22. November 2020

Organisiert und veranstaltet von ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe und Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

Die »Driving the Human«-Kooperation ist von vier Institutionen initiiert und koordiniert: acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, das internationale Mentoring-Programm Forecast, die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe.

»Driving the Human« wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU).

Teil des Future Architecture Programms