Dynamik der Großstadt – zum Ursprung der Großstadtsinfonien
Film-Still aus dem schwarz/weiß Film »Alter Hafen in Marseille« von Moholy-Nagy aus den 1930ern.
Filmscreening und Einführung durch Markus Heltschl und Thomas Tode
So, 16.02.2020, 18:00 Uhr

In seinem avantgardistischen Filmentwurf »Dynamik der Großstadt« portraitiert László Moholy-Nagy den endlosen Fluss des Großstadtlebens. Es ist einer der ersten Versuche in der Filmgeschichte, der die vielfältigen Bewegungsmomente einer modernen Großstadt visuell erfasst.

Der Typofoto-Filmentwurf »Dynamik der Großstadt« (1921/1922) wurde Teil eines neuen Genres, das in den 1920er-Jahren an mehreren Orten zugleich entstand: die Großstadtsinfonie (auch wenn Moholy-Nagys Film erst posthum realisiert werden konnte). Eine Einführung in die Thematik der Großstadtsinfonie geben die Kuratoren der Ausstellung »bauhaus.film.expanded« Markus Heltschl und Thomas Tode.

Schroeter und Berger produzierten eine Variante des Filmentwurfs »Dynamik der Groß-Stadt« (1922/2019), in dem sie die grafisch spannungsreiche Vorlage als Ausgangspunkt für eine neue Animation, welche durch Jonas Holfeld vertont wurde, nutzten. Sascha Hardt nutzte in seiner Interpretation von »Dynamik der Großstadt« (1988) Moholy-Nagys Skizze für eine Videomontage. Die Arbeitsgruppe der Fakultät Bildende Kunst der UDK Berlin setzte den Entwurf in ihrer Interpretation von »Dynamik der Groß-Stadt – Ein filmisches Experiment nach László Moholy-Nagy« (2006) als 3-Screen-Projektion um (Mentoring Film: Walter Lenertz, Mentoring Kunstwissenschaft: Andreas Haus). Zusätzlich werden Ausschnitte aus Walter Ruttmanns »Berlin, die Sinfonie der Großstadt« (1927) gezeigt. Die Bauhäuslerin Lore Leudesdorff spielte eine zentrale Rolle in der Produktion von Ruttmanns Filmen. Auf ihre Autorinnenschaft wurde bisher jedoch nicht ausdrücklich hingewiesen.  Bislang unveröffentlichte Interviews aus den 1980er-Jahren werfen ein neues Licht auf ihre Zusammenarbeit.

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