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Buchveröffentlichung: From Xenakis’s UPIC to Graphic Notation Today
Einblick in das Buch »From Xenakis’s UPIC to Graphic Notation Today«
mit elektronischen Konzerten und Gesprächen
Fr, 17.04.2020, 19:00 Uhr
Online

Vorstellung des vom Hertz-Labor und dem Centre Iannis Xenakis herausgegebenen Buches mit moderiertem Gespräch mit den HerausgeberInnen Peter Weibel, Ludger Brümmer und Sharon Kanach und anschließendem Konzert mit einem Werk von Julia Jasmin Rommel, das im Rahmen der Künstlerresidenz »Graphical Notation« entstanden ist, sowie einer Softwarepräsentation. 

Aus dem Bestreben, Zeichnungen in synthetisierten Klang zu verwandeln, entwickelte ein interdisziplinäres Team unter der Leitung des Komponisten Iannis Xenakis Ende der 70er-Jahre das graphische Kompositionswerkzeug UPIC (Unité Polyagogique Informatique de CEMAMu, Centre d’Études de Mathématique et Automatique Musicales) – ein eigens entwickelter Computer, der grafische Notationen in Klang übersetzt. Hierbei können die Komponierenden Wellenformen und Hüllkurven direkt auf einem elektronischen Tablet-Interface zeichnen und durch den Rechner in Klang übersetzen. Die von Iannis Xenakis ausgelöste und von weiteren etablierten Computermusikern wie Jean-Claude Risset oder Curtis Roads mitgetragene Revolution des graphischen Komponierens setzt sich vierzig Jahre später in modernen Computerprogrammen fort.

Im Frühjahr 2020 veröffentlicht das ZKM einen umfangreichen Band mit dem Titel »From Xenakis’s UPIC to Graphic Notation Today«. Dieser widmet sich in 27 reich bebilderten Beiträgen erstmals der Entstehungsgeschichte dieses einzigartigen Recheninstruments und zeichnet dessen technische, soziale, institutionelle und pädagogische Bedeutung bis in die heutige Praxis zeitgenössischer KomponistInnen auf, die mit der Idee des UPIC in aktuellen Computerprogrammen arbeiten. Der Band ist in Zusammenarbeit mit dem Centre Iannis Xenakis entstanden, enthält bisher unveröffentlichtes Archivmaterial und wird zeitgleich als digitale Version öffentlich und kostenfrei zum Download zur Verfügung gestellt unter www.zkm.de/upic.

Anlässlich der Buchveröffentlichung findet ein Gespräch mit HerausgeberInnen Peter Weibel, Ludger Brümmer und Sharon Kanach statt, moderiert von Lisa Bensel. Im Anschluss wird das Werk »Zwischenraum – Akustische Kartographie« von Julia Jasmin Rommel uraufgeführt, das zwischen 2018 und 2019 im Rahmen der Artistic Residency »Graphical Notation« am ZKM | Hertz-Labor entstanden ist. Es wird in einer aufgrund der aktuellen Situation eigens angefertigten Pandemie-Videoversion präsentiert. Im Anschluss folgt eine kurze Jamsession-Demo der pädagogischen Software UPIsketch.

From Xenakis’s UPIC to Graphic Notation Today

Hier finden Sie digitale Version als PDF zum Download.

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Julia Jasmin Rommel »Zwischenraum – Akustische Kartographie«, [Interspace – Acoustic Cartography]

Pandemie-Version einer 8-Kanal audiovisuellen Installation für den ZKM Klangdom

  • Brücken und Tunnel Karte / Bridge and tunnel map 03:20
  • Flugbuchungskarte / Flight booking map 03:36
  • Kurvenkarte / Curve map 02:50
  • Gegenverkehrskarte / Oncoming traffic map 02:00

Ausgangsmaterial dieser audiovisuellen Installation bilden mehrere kartographische Dokumente in denen Julia Jasmin Rommel unterschiedliche Aspekte des Zwischenraums – des mentalen Zustands den wir während der routinierten Distanzüberwindung zwischen den Orten A und B beschreiten – visualisiert hat. Sie thematisieren u.a. Übergänge, Rastlosigkeit und Kontinuität, Orientierungssinn und Richtungswechsel, und werden jeweils durch experimentelle, aber kontextbezogene Kriterien und Methoden dokumentiert. Raumstrukturierende Elemente wie beispielsweise Tunnel- und Brückenquerungen, Gegenzüge, Flugbuchungsdaten, Kurvenwinkel bestimmter Bahnstrecken bilden die Parameter dieser Bewegungsprotokolle. Mittels des Graphic Sequencer »IanniX« werden diese Protokolle in Klang übersetzt. In einer Art Sonifikation wird versucht sowohl der Linearität dokumentierter Wege, als auch der Karte als Medium des Überblicks gerecht zu werden. Rommels Interesse gilt hierbei der Schnittstelle von Zeichenlesen und Bildinterpretation, welche durch die Transformation in Sound ermöglicht wird.

 

Julian Scordato – Constellations (2015) 7'10'' mit IanniX erzeugte algorithmische audiovisuelle Komposition

Konstellationen, grafischer Sequenzer und Elektronik (2014)

Diese Arbeit beginnt mit der Erforschung eines imaginären Himmelsraums, der in den Klangraum übersetzt wird. Wie interagiert jede Himmelskugel ausgehend von ihrer Manifestation als Einheit mit dem Kosmos, wo sie hingehört? Wie reagiert sie auf ihr Gesetz? Wie verwandelt sie sich selbst, indem sie sich in das System integriert, bis zum Verlust ihrer Identität? Im Gegensatz zu diesem Prozess unterstreichen die Konstellationen die Körper in ihrer Einzigartigkeit durch die Schaffung von symbolische Links: über ihre Bedeutung hinaus stehen sie als Klassifizierung und Gelenkvorrichtung des Individuums innerhalb des System.

 

Julian Scordato - Spirography (2020) 3'02'' mit IanniX erzeugte algorithmische audiovisuelle Komposition

Spirographie, digitales Klavier und graphischer Sequenzer (2020)

Ein audiovisuelles Stück, das auf einer dynamischen grafischen Partitur in IanniX basiert, die die MIDI-Notenerzeugung auf einem Digitalpiano nach einer Reihe von Wahrscheinlichkeitsregeln steuert. Es ist ein schwieriges Unterfangen für einen Komponisten, sich eine grafische Form vorzustellen, die einen musikalischen Wert beibehält.

 

UPISketch Jam Session (2020) 3’00’’ 

by Rodolphe Bourotte, Latifa Le Forestier, Jean-Ambroise Vesac

UPISketch Étude n°1 (2020) 1’50’'

by Rodolphe Bourotte

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Die Veranstaltung im Livestream
Organisation / Institution
ZKM | Zentrum für Kunst und Medien