Ceci est mon corps... ceci est mon logiciel...
Dies ist mein Leib...dies ist meine Software...
Mi, 17.05.2000, 19:00 Uhr

Das Werk Orlans denunziert den sozialen Druck, der auf den Körper ausgeübt wird, die starren Archetypen, das ästhetisch Korrekte. Die französische Künstlerin spricht über ihre Entwicklung einer »art charnel«, einer fleischlichen Kunst, die sie über die Veränderung ihres eigenen Bildes, also ihres Körpers, durch ästhetisch-chirurgische Operationen realisiert. Ihre Performances zielen dabei nicht auf die Qualität eines erlösenden Schmerzes wie in manchen Formen der Body Art, sondern bewegen sich zwischen Defiguration und Refiguration und befragen Definitionen von Schönheit und Identität. Orlan hat nun begonnen mit Hilfe digitaler Bildverfahren den Schönheitskanon anderer Zivilisationen und Epochen, wie beispielsweise der Mayas und Azteken, zu untersuchen. Die Künstlerin, die seit vielen Jahren unterschiedliche Medien und Techniken nutzt (Malerei, Skulptur, Installationen, Video, Internet), sucht in diesem Übergang vom Realen zum Virtuellen keinen Schutz: Die digitalen Bildveränderungen sollen die Realität vielmehr ebenso deutlich befragen wie die postoperativen Hämatome oder die Überreste ihres eigenen Fleisches. Das Virtuelle leugnet das Reale nicht, sondern reflektiert es.

Organisation / Institution
ZKM

Mitwirkende