Section 1: (NON-)HUMAN

Driving the Human Festival

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Was ist menschlich? Waren wir jemals menschlich?

Die westlich-zentrierte Kategorisierung der Welt basiert seit der Aufklärung bis heute immer auf der menschlichen Perspektive. Von der Beobachtung subatomarer Elemente bis hin zur Betrachtung des gesamten Universums wird das Sein durch die menschliche Linse kategorisiert. Die Welt ist jedoch nicht so abstrakt, wie menschliche Einteilungen suggerieren, beispielsweise Mensch und Tier, Kultur und Natur, organisch und nicht-organisch. Tatsächlich sind wir zutiefst mit nicht-menschlichen Lebensformen verbunden, mit nicht-lebendiger Materie als Teil biochemischer Prozesse oder anderen Entitäten, die das Leben auf diesem Planeten gestalten. Dieses Panel denkt über traditionelle Kategorien hinaus und umfasst die Komplexität des (Nicht-)Menschlichen, indem es Posthumanismus, Transhumanismus und die Beziehung und Verflechtung zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Entitäten erforscht.

Programm

Begrüßung und Einführung in das Programm
Barbara Kiolbassa (Kunstvermittlerin ZKM), Julien McHardy (Wissenschaftler, Kurator)

Vortrag
Alexandra Pirici, »Future ground: A movement-lecture on nurturing different sensibilities, pleasures, and collaborations with land.«

Alexandra Pirici spaziert durch einen Wald. Ihre ruhige Stimme spricht über die Bedeutung von Sprache und sozioökonomischen Infrastrukturen, die das menschliche Leben formen. Die Künstlerin reflektiert über Methoden, die das vorherrschende kapitalistische System aufbrechen, wie etwa Verlangsamung statt ständiger Beschleunigung oder die Aufnahme von Wissen über den ganzen Körper, nicht nur mit dem Kopf.

Panel-Diskussion
Joanna Bourke (Sozial- und Kulturhistorikerin), Bogna Konior (Schriftstellerin, Wissenschaftlerin), Cary Wolfe (Professor für Englisch, Rice University), moderiert von Lena Reitschuster

Die Diskussion konzentriert sich auf das Konzept des Menschseins. Die Unterscheidung zwischen Menschen und Nicht-Menschen wird als ein soziales Konstrukt beschrieben, das die Idee der menschlichen Fähigkeit, Gesellschaft und soziales Leben zu schaffen, aufrechterhält. Das Menschsein wird jedoch nicht nur durch menschliche Akteurinnen und Akteure bestimmt, sondern auch durch nicht-menschliche wie Tiere, Pflanzen oder Maschinen.

Filmsichtung
Jenna Sutela, »nimiia cétiï«, 2018, 12 Min (Aus rechtlichen Gründen wurde dieser Beitrag nicht aufgezeichnet.)

»nimiia cétiï« ist inspiriert von Experimenten zur Kommunikation zwischen verschiedenen Spezies und strebt danach, eine Verbindung zu einer Welt jenseits des menschlichen Bewusstseins herzustellen. Mithilfe von dokumentierten Interaktionen zwischen einem neuronalen Netzwerk, Audioaufnahmen einer frühen marsianischen Sprache und Aufnahmen der Bewegungen von Weltraumbakterien nutzt die Arbeit maschinelles Lernen, um eine neue Form der Kommunikation zu erzeugen.

 

Driving the Human Festival | Section 1: (NON-)HUMAN

Driving the Human Festival
20.–22. November 2020

Organisiert und veranstaltet von ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe und Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

Die »Driving the Human«-Kooperation ist von vier Institutionen initiiert und koordiniert: acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, das internationale Mentoring-Programm Forecast, die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe.

»Driving the Human« wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU).

Teil des Future Architecture Programms