Section 2: HABITAT

Driving the Human Festival

++ Die Videos finden Sie unten auf dieser Seite ++

Wo leben wir? Wo können wir landen?

Es gibt eine existenzielle Bedrohung unserer kollektiven Existenzbedingungen. Es gibt noch keine Werkzeuge gegen diese Bedrohung, außer: die Probleme anzusprechen. Eine Möglichkeit, diese neue Erde zu kartografieren, besteht darin, sie als ein Netzwerk von Kritischen Zonen zu verstehen. Obwohl die menschlichen Aktivitäten auf planetarischer oder universeller Ebene kaum sichtbar sind, stören sie die dünne, zerbrechliche und hochkomplexe Schicht, die den Lebensraum darstellt, von dem alles Leben auf der Erde abhängt. Können wir uns auf andere Weise mit unserem Lebensraum auseinandersetzen? Und können wir zusammenarbeiten, um »terrestrisch« zu werden – um eine gemeinsame Ebene zu finden? In diesem Abschnitt wird untersucht, wie wir lernen können, innerhalb der Kritischen Zone zu leben.

Programm

Gespräch
Julijonas Urbonas (Künstler, Designer, Wissenschaftler, Ingenieur und Gründer von Lithuanian Space Agency) mit Jan Boelen

Im Mittelpunkt des Gesprächs steht Julijonas Urbonasʼ Projekt »Planet of People«, das 2021 auf der 17. Architekturbiennale in Venedig zu sehen sein wird. Das Projekt ist ein Gedankenexperiment, bei dem die Biomasse von menschlichen Körpern zu einem neuen Planeten wird.

Performance
Julijonas Urbonas, »Rehearsing a planet made of human bodies«

Eine Performance über die Gesetze der Physik, die in Kraft treten, wenn sich menschliche Körper im Raum bewegen.

Panel-Diskussion
Frédérique Aït-Touati (Literatur- und Wissenschaftshistorikerin der Moderne, Theaterregisseurin), Alexandre Monnin (Philosoph, wissenschaftlicher Leiter von Origens Media Lab), Guillaume Pitron (Journalist, Autor und Dokumentarfilmer), moderiert von Sabine Faller

Die Podiumsteilnehmenden reflektieren über die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf den Lebensraum, von dem alles Leben auf der Erde abhängt. Im Hinblick auf die Ausbeutung der Ressourcen der Erde werden unterschiedliche Methoden zur Schaffung einer nachhaltigeren Zukunft aus unterschiedlichen Blickwinkeln diskutiert.

Vortrag
Gediminas & Nomeda Urbonas, »The Swamp Observatory«

Das »Swamp Observatory«, das auch Teil der »Critical Zones« Ausstellung am ZKM ist, beleuchtet die existenzielle Bedeutung des Zusammenlebens von Menschen und weiteren Lebensformen.  Sumpflandschaften bieten eine Möglichkeit, diese Idee der Sympoiesis zu testen – des Sich-Zusammenfindens, um gemeinsam ein neues Ethos des Zusammenlebens zu erarbeiten, eine Haltung, die geprägt ist von der Anerkennung der poetischen Kraft aller uns umgebender Ökosysteme.

Performance
Vivien Tauchmann, »Self-As-Other-Training: Smartphone (2)«

Vivien Tauchmann produzierte fünf »Self-As-Other-Trainings«, die während des gesamten Festivals gezeigt wurden. Die »Self-As-Other-Trainings« thematisieren die Notwendigkeit, unsere Körper durch die Dekontextualisierung dieser stillen Exklusionen und die aktive Verkörperung des »Anderen« in choreografierten Handlungssträngen zu erziehen, um eine kritische Selbstreflexion hervorzurufen und schließlich Verhaltensänderungen zu provozieren. Die Arbeit will zeigen, dass Empathie nicht nur eine rationale Fähigkeit ist, sondern auch ein körperlicher Geisteszustand, durch den wir unsere Verbindungen zu Menschen jenseits unseres bekannten Rahmens neu gestalten können.

 

Driving the Human Festival | Section 2: HABITAT

Driving the Human Festival
20.–22. November 2020

Organisiert und veranstaltet von ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe und Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

Die »Driving the Human«-Kooperation ist von vier Institutionen initiiert und koordiniert: acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, das internationale Mentoring-Programm Forecast, die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und ZKM | Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe.

»Driving the Human« wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU).

Teil des Future Architecture Programms