Konkrete Geräusche und Musik der Maschinen
Kurt Schwerdtfeger, »Reflektorische Farblichtspiele«,1922/1967
Filmscreening und Einführung durch Robert Horter, Jan Knopf, Thomas Tode und Martin Reinhart
Sa, 15.02.2020, 18:00 Uhr

Ein Kurzfilmprogramm und Tonstücke, führen gemeinsam mit Kurzvorträgen von Robert Horter, Jan Knopf, Thomas Tode und Martin Reinhart in die Geschichte der technischen Medien der 1920er-Jahre ein.

Die experimentellen Geräuschplatten von Edmund Meisel machen unter anderem Klänge des Industriezeitalters wie Maschinen- und Verkehrsgeräusche hörbar. Die Animationen von Hanna Nordholt und Fritz Steingrobe, die im Rahmen einer Filmproduktion von Thomas Tode und Martin Reinhart entstanden sind, werden gezeigt, sowie Erwin Piscators »Einfunktionierter Film im Theater« und »Moholy-Nagy kann deine Nase erklingen lassen«. In Hans Richters erstem Tonfilm »Alles dreht sich, alles bewegt sich« produzierte der Künstler eine vom Dada geprägte Tonspur über die Geräuschkulisse eines Rummelplatzes. 

Der Original Soundtrack von Sergei Eisensteins »Panzerkreuzer Potemkin« enthält die berühmte Musik von Edmund Meisel, die jener mit Eisenstein erarbeitet hatte. Der aggressive Soundtrack vertont den Klassenkampf, wobei Chorgesänge die Bedeutung des Kollektivs hervorheben. »Weekend« von Walter Ruttmann ist ein Film ohne Bilder, der die Erfindung des Tonfilms auf radikale Weise nutzt. Ruttman produzierte eine Toncollage, in der die auditive Komposition dem filmisch-visuellen gegenüber vordergründig ist.

In dem 2019 wiedergefundenen Film »Tönendes ABC« des Bauhausprofessors László Moholy-Nagy zeichnete er nach eigenen Worten »mit (...) profilen, buchstabenfolgen, fingerabdrücken, geometrischen zeichen auf dem tonfilmstreifen«, wodurch er »überraschende tonergebnisse« erzielte. Außerdem werden Filmfragmente der sowjetischen Künstler Jewgeni Scholpo und Nikolai Woinow gezeigt.

Begleitprogramm