Heiner Blum

Heiner Blum
Geburtsjahr, Ort
1959, Stuttgart, Deutschland
lebt und arbeitet in
Offenbach am Main, Deutschland
Rolle am ZKM
Gastkünstler/in, Künstler/in der Sammlung
Institut / Abteilung
Institut für Bildmedien
Biografie

Heiner Blum wurde 1959 in Stuttgart geboren. Von 1977-83 studierte er an der Gesamthochschule Kassel Visuelle Kommunikation. 1988 war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom, weitere Stipendien folgten, unter anderem 1992 ein Siemens-Projektstipendium des Zentrums für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe und 1995 der Förderpreis zum internationalen Kunstpreis des Landes Baden-Württemberg, Baden-Baden. Heiner Blum lebt in Offenbach.
 
Blum arbeitet zunächst bis in die achtziger Jahre als Fotograf. Parallel zu Porträtserien in starker Untersicht legt er ein wachsendes Archiv von Bildmaterialien, Motiven und Texten an, das die Grundlage für eine Reihe von Serienarbeiten der achtziger und frühen neunziger Jahre bildet. Er sammelt Motive und Begriffe einem Lexikon gleich, in zahlreichen Serien. Eine Werkgruppe setzt sich mit Wörtern auseinander, die vereinzelt, verfremdet und zuletzt in Kästen zu Sprachkörpern verdichtet werden. In mehreren rhythmisch gegliederten Bildfolgen bildet Blum Untersuchungsreihen über das menschliche Porträt. Neben der Sprache ist es vor allem die Zeit, der Blum seine Aufmerksamkeit widmet. In seinen Skulpturen stellt er das Maß der Zeit immer wieder in Frage: Sanduhren, die nicht messen, und Körperteile aus Radiergummi, die buchstäblich weggerieben werden können. Rhythmus und die gestalterischen Möglichkeiten des Mediums stehen im Mittelpunkt der Arbeiten von Blum.

Ausbildung und Tätigkeiten

1977-83 Studium "Visuelle Kommunikation", Gesamthochschule Kassel
1991-92 Lehrauftrag, Fachbereich Innenarchitektur, FH Trier
1996 Gastprofessur, Hochschule für Künste, Bremen
seit 1998 Professor für Gestaltungsgrundlagen und Experimentelle Raumkonzepte, Fachbereich Visuelle Kommunikation, Hochschule für Gestaltung, Offenbach/ M

Einzelausstellungen (Auswahl)

1987 Galerie nächst St. Stephan, Wien
1988 Galerie Grässlin-Ehrhardt, Frankfurt/M
1989 Kunstverein Kassel, anschließend Portikus, Frankfurt/M
1991 Sala Parpalló, Valencia
1993 »Alarm«, Museum für Moderne Kunst, Frankfurt/M
1995 »Augentauschen«, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden

Gruppenausstellungen (Auswahl)

1981 »New German Photography«, Photographers Gallery, London
1985 »City«, Kunstverein Kassel
1988 »BiNationale«, Städtische Kunsthalle, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf, und The Institute of Contemporary Art, Museum of Fine Arts, Boston, Kunsthalle Bremen, Stuttgart
1993 »MultiMediale 3«, Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe
1994 »Villa Massimo 1988-92«, Kunstverein Hannover
1996 »Berechenbarkeit der Welt«, Bonner Kunstverein, Bonn; »Sammlung Speck«, Museum Ludwig, Köln
1997 »Magie der Zahl«, Staatsgalerie Stuttgart; »Silo«, Fahrradhalle, Offenburg

Bibliografie (Auswahl)

Naef, Weston (Hg.), »The Gallery of Worls Photography - New Directions«, Tokio 1984; Kasseler Kunstverein (Hg.), »Heiner Blum«, Kassel 1989; Blum, Heiner: "Augentauschen" (1987-1993)", in: »MultiMediale 3«, ZKM Karlsruhe (Hg.), Karlsruhe 1993; Heiner Blum, »Alarm, Schriften zur Sammlungen des Museums für Moderne Kunst«, Frankfurt/ M. 1993; Ammann, Jean-Christoph: "Heiner Blum: Alarm und Spiele", in. »Kunstforum International«, Bd. 127, Köln 1994; Leutner, Petra: "Schrift und Groteske. Der Künstler Heiner Blum", in: »neue bildende kunst«, Nr. 2, 1996; Morse, Margaret: "Augentauschen", in: ZKM/ Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (Hg.), »Hardware Software Artware. Die Konvergenz von Kunst und Technologie. Kunstpraktiken am ZKM "Institut für Bildmedien" 1992-1997«, Ostfildern 1997. S. 32-37; Frohne, Ursula. "Motive der Zeit", in: »Kunst der Gegenwart«, ZKM Karlsruhe (Hg.), München/ New York, 1997.

Werkverzeichnis (Auswahl)

»Die ganze Welt von A-Z«, 1982 (Buch in limitierter Auflage); »Spiele/ Games«, 1985-93 (Installation); »Frage und Antworten«, 1987/91 (Installation); »Joan Crawford Strikes a Pose«, 1990-91 (Wandobjekt); »Milchdecke«, 1994 (Kunstverein Hannover)

Werke im Zusammenhang mit dem ZKM

»Augentauschen«

Arbeiten im Öffentlichen Raum (Auswahl)

»Flüssig (Uhren)«, 1995, Dresdner Bank, Frankfurt; »Come Be Come«, 1996 (Textinstallation), Euronet, Frankfurt/ M; »Einheiten und Einheiten«, 1996-97 (Mosaik), Europäisches Währungsinstitut, Frankfurt/ M

Museen/ Sammlungen (Auswahl)

Museum für Moderne Kunst, Frankfurt; Museum Wiesbaden; Yale University Museum, New Haven

[1997]